Schamanismus und Magie

In manchen Kreisen wird versucht, Schamanismus und Magie voneinander zu trennen, indem der Schamanismus als steinzeitlich und die Magie als die höchste Stufe der menschlichen Evolution dargestellt wird. Bei genauer Betrachtung und dem Vergleich der verschiedenen Formen des Schamanismus und der Magie zeigt sich schnell, dass es keinen Schamanismus ohne Magie gibt. Das Bindeglied zwischen beiden sind Rituale und die dadurch in Bewegung gebrachte Energie.

Magie ist Energie in Bewegung. Ein Ritual sammelt, bündelt und lenkt die Energie auf eine Art und Weise, dass sie sich in der Materie wie auch gleichzeitig in der geistigen Welt manifestiert. Und genau das macht ein Ritual zu einem schamanischen Ritual. Darin sind Mutter Erde und das Universum mit der Sonne in einem Kreislauf verbunden, während der das Ritual durchführende Schamane ein Mittler zwischen der geistigen und materiellen Welt ist. Dadurch kommt Energie in Bewegung und es entsteht Magie.

Trotzdem ist nicht jeder Magus gleichzeitig ein Schamane. Es kommt nämlich ganz darauf an, worauf er sich spezialisiert. Je weniger die Rituale und die Arbeit des Magus mit der Erde zu tun haben, umso weniger handelt es sich um Schamanismus. Werden Rituale nur in astralen oder geistigen Welten durchgeführt, ohne die Energien und sich selbst zu erden, ist man weit vom Schamanismus entfernt. Das geht dann nach modernen Begriffs-Definitionen eher in den Bereich der Esoterik, wobei der Begriff der Esoterik von einigen Schulen ähnlich angefeindet wird, wie der Begriff des Schamanen. Daher lassen sich auf diesem Gebiet nur schwerlich eindeutige Aussagen treffen.

Manchmal wird versucht, östliche und westliche Wege fein säuberlich auseinander zu halten. Bei genauer Nachfrage zeigt es sich als schwierig, die geographischen Grenzen zwischen Ost und West zu ziehen. Vergleicht man die schamanischen und magischen Traditionen der Welt auch historisch, scheinen sie sich über die Jahrhunderte gegenseitig beeinflusst zu haben, während dieser Vorgang bis heute anhält. So tauchen beispielsweise in moderner Voodoo-Literatur Elemente der kabbalistischen Magie mit Psalmen auf oder im japanischen Schamanismus (Shinto) die Anwendung von Runen oder im kabbalistischen Lebensbaum Elemente des ursprünglisch schamanischen Weltsbilds des Lebensbaumes aus Sibirien.

Ein weiteres Phänomen, welches alle schamanischen und magischen Traditionen miteinander verbindet, sind die vier Elemente von Erde, Wasser, Feuer und Luft. Diese Kräfte werden in Ritualen herbeigerufen und angerufen und in ihrer materiellsten Form etwa mit einem Lagerfeuer oder einer Kerze zur Transformation angewendet.

Über die Jahrtausende haben die Menschen die Natur beobachtet und zum Beispiel wiederkehrende Zyklen mit unterschiedlichen Kräften wie die der Gestirne und Elemente entdeckt, die sie sich nach und nach zu Nutze machen konnten. Solche Handwerke entwickelten sich zu einer Kunst und Wissenschaft. Und so entstanden einzelne Disziplinen wie etwa die der Astrologie. Dabei kann ein Teil als Persönlichkeitsanalyse, ein weiterer Teil zur Divination und Blick in die Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit und noch ein Teil für den richtigen Zeitpunkt von Ritualen genutzt werden.

In dieser zu beobachtenden Natur lebt nun auch der Mensch. Und auch diesen haben die Menschen gleichzeitg beobachtet. Dabei kam heraus, dass einige eine Konstitution aufweisen Glück oder Gefahren wie ein Magnet anzuziehen. So stellte man irgendwann fest, dass eine Situation von aussen ein Spiegel des Innenlebens darstellt. Man erkannte, dass für ein Leben in Harmonie im Aussen eine Entwicklung im Innen notwendig ist. Und dadurch entstanden Disziplinen zur geistigen Entwicklung mit geistigen Übungen und Ritualen. So kommt man zu einer weiteren Definition für Magie:

Magie ist ein Weg, eine Kunst und eine Wissenschaft, die äußeren Umstände durch innere Entwicklung zu verändern.

Das Wort Magie leitet sich von „Magus“ ab und bedeutet „Wissender“. Das ist zum Beispiel einer, der hinter den Spiegel schauen kann und die Wirkmechanismen von Natur und Mensch durch Beobachtung kennen gelernt hat. Es geht es darum, neue Blickwinkel vom Leben zu bekommen und mit diesem Wissen Veränderungen im Innen und Aussen zu bewirken.

Um zu wahrhaftiger und langfristiger Harmonie zu kommen, darf dabei jedoch nicht die Natur und die damit einhergehende Dankbarkeit an Mutter Erde vergessen werden, weil sonst ein Ungleichgewicht aufgebaut wird, welches die Samen für Krankheit unterstützt. Nun ist der Schamane derjenige, der in seine Magie, die Liebe zur Erde, seine Aufmerksamkeit und Dankbarkeit immer mit einbezieht.

Vor diesem Hintergrund werden im Shingon Institut – Dr. Mark Hosak Schamanisch-Magische Rituale aus unterschiedlichen Traditionen der östlichen und westlichen Weisheitslehren gelehrt. Die drei Schwerpunkte aller schamanisch-magischer Rituale liegt auf der Heilung der Erde, im Gutes tun für die Wesen dieser Welt und auf der eigenen persönlichen Entwicklung, zum Glück zu finden und den eigenen Weg zu gehen.

Die schamanische Lebensweise

Der Schamanismus ist eine sehr alte spirituelle Lebensweise. Es geht darum sich mit den Kräften des Himmels und der Erde zu verbinden und als Mittler zwischen den schamanischen Welten von Oberwelt, Unterwelt und materieller Welt zu wirken. Schamanismus ist überall auf der Erde verbreitet und findet auch Anwendung in städtischen Gegenden und nicht nur in den tiefen des Urwaldes bei Naturvölkern. Uns werden hier Wege gezeigt, wie man die Kräfte der Natur von Mutter erde und ihre astralen Bewohner wie etwa Krafttiere zur persönlichen Entwicklung und spirituellen Heilung einladen und in den Alltag integrieren kann. Dies ist ebenso in der modernen oder jeder individuellen Lebensweise möglich. Dies ist eines der Ziele in der Ausbildung zum Schamanischen Heiler und Ritualmeister.

Der tiefere Sinn schamanischer Arbeit liegt in der direkten Verbindung mit göttlichen Kräften, der persönlichen Gotteserfahrung und dem Aufgehen in der heilenden Ordnung der Natur. Schamanismus sollte nicht mit Geisterbeschwörung oder Schwarzer Magie verwechselt werden, denn das zentrale Anliegen des Schamanismus ist Heilung auf allen Ebenen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit verschiedenen indianischen, asiatischen, australisch/pazifischen und afrikanischen sowie nordischen Wegen des Schamanismus und habe daraus eine für den Alltag im Westen passende Synthese entwickelt.

Die schamanischen Rituale sind im Schamanismus das wichtigste Arbeitsmittel. Wer gut darin ausgebildet ist, kann mit wenig Aufwand Erstaunliches bewirken. Heilvolle Kräfte werden von den Reichen der Lichtwesen direkt in den eigenen Alltag gezaubert, wo sie ihre Wirkungen entfalten.