Ninjutsu – Taguchi Ryu Bo Jutsu Nyo Ken Nyo Hen Jutsu

Zur Einführung ins Taguchi Ryu Ninjutsu

Ninjutsu ist die japanische Kampfkunst der so genannten Schattenkrieger mit einer über 1000-jährigen Tradition. Die Ninjas waren auch Spione und Kommandotrupps, fast wie militärische oder geheimdienstliche Spezialeinheiten oder Agenten heute. Dazu wurden sie oft auch als Leibwächter eingesetzt. Um ihre Aufträge auszuführen hatten sie eine gründliche und vielseitige Kampfkunstausbildung, sowohl mit als auch ohne Waffen. Aus dem Umgang mit Waffen leitet sich auch der Kampf ohne Waffen ab. Der Kampf mit Waffen und ohne Waffen wird dabei gleichermaßen von Anfang an gelehrt, weil es eine gegenseitige Verbesserung und tiefere Einsicht in die jeweiligen Techniken, Bewegungen und zugrundeliegenden Prinzipien mit sich bringt. Hinter den Ninjas, den schwarz gewandeten Schattenkriegern steckt ein philosophisch-pragmatisches Kampfkunst-System der höchsten Güte.

Das Taguchi Ryu Ninjutsu wurde vom Kampfkunstgroßmeister Ryûryû Taguchi gegründet. Taguchi-Sensei studierte seit frühester Jugend verschiedene traditionelle Kampfkünste der Samurai und Ninja, dabei brachte er es in den Stilen Shinkan Ryu und Bujinkan Ninpo Taijutsu zum Großmeister. In der Tradition des Ninjutsu schuf er in Weiterentwicklung und Verbesserung des Erlernten und Praktizierten seinen eigenen Stil, das Taguchi Ryu Ninjutsu oder mit vollem Namen „Taguchi Ryu Bo Jutsu Nyo Ken Nyo Hen Jutsu“. Der fortgeschrittenste Schüler von Taguchi-Sensei, und nach ihm selbst Höchster in der Hierarchie des Systems, ist Mark Hosak, der nach einem dreijährigen Japanaufenthalt mit täglichem Training bei Taguchi Sensei sowie der Assistenz in seinem Unterricht den Auftrag erhielt, das Taguchi Ryu Ninjutsu im Westen insbesondere in Europa zu unterrichten.

Starre Regeln, stilisierte Festlegungen/Einschränkungen wie in Samuraischulen war den Ninjas in der Regel  fremd. Sie kannten nur Effektivität als Maßstab für ihre Kampfkunst. Darin unterschieden sie sich zumindest offiziell von den Samurai. Dies ermöglicht es dem Ninjutsu bis heute mit der Zeit zu gehen und neue Herausforderungen zu meistern, statt zu erstarren oder in oberflächliche verkürzte sportliche Gefilde abzugleiten. Schließlich ist heute nicht mehr das Schwert die dominierende Waffe im Kampf, sondern die Schusswaffe.
Eine moderne Selbstverteidigung findet deshalb heute teilweise unter anderen Bedingungen und in anderen Verhältnissen statt als zu Zeiten des japanischen Mittelalters. Dem trägt das Ninjutsu ganz traditionell Rechnung, indem es Techniken an neue Erfordernisse anpasst und auftretende Lücken füllt. So wurde das Ninjutsu um Techniken, Erkenntnisse und Praktiken aus den Bereichen Kali/Escrima/Arnis und Jeet Kune Do erweitert, die  ab der Mittelstufe harmonisch als Gendai-Techniken in die Ausbildungs- und Vergabeordnung für Kyu- und Dan-Grade eingearbeitet sind, ohne die traditionellen und bewährten Wurzeln des Ninjutsu zu vernachlässigen.

Alle Techniken, sowohl die klassischen als auch die Gendai-Techniken, bauen auf weichen Bewegungen auf. Die Kraft der Techniken kommt dabei nicht aus den Muskeln, sondern resultiert aus dem taktilen Erkennen der Absicht des Gegners durch Sensitivität und dem Einbringen der Lebensenergie = Ki. Eingänge in weiterführende Techniken als Grundlage bilden die Basis für natürliche Bewegungen. Die Einheit und Entwicklung von Körper und Geist, die Einheit von Körper und Waffe sind das Ziel dieser ganzheitlichen Kampfkunst.

Die nachfolgend dargestellte Ausbildungs- und Vergabeordnung für 9 Kyu-Grade (Schülergrade) bis zum 1. Dan im Taguchi Ryu Ninjutsu dient dazu den Schüler zunächst systematisch in das Ninjutsu einzuführen und ihn bis zum 5. Kyu zum „einsatzfähigen Kämpfer/Agenten“, einem Genin, zu machen und ihm die Fähigkeit zu vermitteln sich gegen Angriffe aller Art verteidigen zu können. Grundlage dafür ist zunächst das Grundlagenseminar das mit dem 9. Kyu abschließt und dazu befähigt am eigentlichen Ninjutsu-Unterricht teilzunehmen. Bis zum 5. Kyu ist die Ausbildung systematisiert und standardisiert, unter anderem auch durch Kihon Juni Ho die 12 Grundtechniken des Tai-Jutsu, des waffenlosen Kampfes. Mit dem 5. Kyu, ab dem ein blauer Gürtel getragen wird, beginnt eine freiere individuellere Weiterbildung, man kann fast sagen ein Studium des Ninjutsu bei dem vermehrt, nicht nur technische Fertigkeiten, sondern auch die Reife eine Rolle spielt und das bis hin zum 1. Dan, dem schwarzen Gürtel, der zugleich zum Ninjustu-Lehrer befähigt. Mit dem 1. Dan ist zugleich die nötige Reife für das höhere, meisterliche Ninjutsu, der Kampfkunst als Lebensweg verbunden, es gibt 10 Dan-Grade. Ein Großmeister kann einen Rot-Weiß-Gurt tragen.