Arnis – Philippinische Stockkampf-Kunst

Eine kleine Einführung in Arnis

Arnis ist eine für jedermann leicht erlernbare philippinische Waffenkampfkunst und Selbstverteidigung mit weit zurückreichender Tradition, in der neben Stöcken und Klingenwaffen auch waffenlose Techniken zum Einsatz kommen. Wobei die Prinzipien hinter den Techniken, egal mit welcher Waffe, Waffenkombination oder waffenlos stets die selben sind.
Die Wirksamkeit dieser Kampfkunst wurde erstmals 1521 urkundlich erwähnt, als der portugiesische Seefahrer Magellan bei seiner Weltumsegelung mit 4 Schiffen und schwerer Bewaffnung versuchte die philippinische Insel Mactan zu besetzen. Er wurde von den dort lebenden Fischern die mit gehärteten Rattanstöcken von ca. 66 cm länge, Messern und Macheten samt seiner Soldaten niedergemacht.
Eine der größten Sammlungen japanischer Schwerter ist ebenfalls auf den Philippinen zu finden, und bezeugt die schlechten Erfahrungen der Japaner mit Arnis im 2. Weltkrieg, als sie versuchten die philippinischen Inseln zu besetzen.
Teilweise werden bis heute Streitigkeien auf den philippinischen Inseln mit Stöcken bereinigt. kommt Arnis auf Manila zum Einsatz. Insgesamt wurde die philipinische Kampfkunst sehr praxisnah entwickelt. Dort wo es den Spaniern gelang auf philippinischen Inseln Fuß zu fassen, bemerkt man auch deren Einfluss auf die Techniken, z. B. wenn eine kurze und eine lange Waffe gleichzeitig benutzt werden – dies stammt aus dem Fechten der Spanier mit Rapier und Linkshanddolch.
Das Graduierungssystem, das es früher auf den Philippinen nicht gab, wurde wie im Compakt Arnis von den Japanern übernommen.
Nach dem 2. Weltkrieg gelangte Arnis durch philippinische Auswanderer nach Hawai und Kalifornien, von wo aus es durch philippinisch stämmige amerikanische Soldaten in den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts nach Europa kam. Wahrscheinlich wurde aber schon Ende des 19. Jahrhunderts in Heidelberg Arnis geübt, als der philippinische Nationalheld Jose Rizal in Heidelberg studierte und als guter Arniskämpfer und Kampfkunstenthusiast vielleicht auch hier seine Stöcke schwang. Der Mangel an qualifizierten Lehrern in Europa einerseits und einer Tradition des Trainierens im Geheimen in kleinen Gruppen führte dazu, dass Arnis und Escrima hierzulande nicht sehr verbreitet sind.

Im Arnis, Escrima und Kali gibt es ca. 150 verschiedene Stile und Systeme. In der Spirituellen Krieger Ausbildung im Tengu Akasha Dojo und Shingon Institut wird eine moderne zivile Version dieser uralten philippinischen Kampfkunst, als Bewegungskunst und effektive Selbstverteidigung, sowohl mit als auch ohne Waffen praktiziert. Wie im klassischen Kali/Escrima/Arnis wird zunächst mit Stöcken in einer Länge von 60 bis 70 cm trainiert und das Erlernte dann auf andere Waffen, Alltagsgegenstände und die bloßen Hände übertragen.

Folgende Waffen und Waffenkombinationen werden benutzt: 1 und 2 Rattanstöcke, Stock und Messer, Messer, 1 Machete, Machete und Messer, 2 Macheten, 2 Messer, Pocketstick, Pinga = 128 cm langer Stab, Sibat = 182 cm langer Stab, Tonfa, Patul = Axt und Doppelaxt, Karamit = Sicheln und Bankow = Lanze, sowie Alltagsgegenstände und die leeren Hände – auch eine waffenlose Selbstverteidigung wird hier vermittelt.

Compakt Arnis ist leicht erlernbar, übersichtlich und logisch aufgebaut. Es besticht durch seine Dynamik und die fließende Eleganz seiner Bewegungen.
Die Verletzungsgefahr im Training ist sehr gering, denn je gefährlicher Techniken, insbesondere mit Waffen sind, desto sanfter muss trainiert werden. Compakt Arnis ist mehr eine intelligente Kunst als Sportart. Das Miteinander statt gegeneinander und gegenseitige Unterstützung werden beim Training groß geschrieben.

Das sanfte, lockere Training setzt keine Sportlichkeit voraus und macht Männern wie Frauen ab 16 Jahren bis ins hohe Alter einfach Spaß!

Die Ausbildung zum spirituellen Krieger, in der auch Arnis mit Stöcken gelehrt wird, kann jederzeit begonnen werden.